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Ausmisten

Jetzt hat es der Aktenvernichter nicht mehr gepackt – zu groß war ihm wohl die Menge an Papier, mit der ich ihn fütterte. Ich hab mich ans Ausmisten gemacht. Seit Wochen, ja Monaten beklemmen mich die verschiedenen Stapel auf dem Boden des Arbeitszimmers. Noch mehr, sie beginnen, mich zu lähmen. Also nutzte ich die Gunst der Stunde und habe fünf Stunden lang Papiere durchgeschaut, sortiert, an der richtigen Stelle abgelegt und ganz viele Blätter entsorgt. Der Blick auf den Schreibtisch ist befreiend – und genau eine solche Freiheit spüre ich jetzt in mir. Ausmisten ist wie Ballastabwerfen, im Außen wie im Innen.

Vom Locken

Da saß sie unter dem Auto – eine noch junge, getigerte Katze. Sie schaute mich neugierig an. Mit einem lockenden „pspsps“ machte ich auf mich aufmerksam. Von Erfolg war dieses Locken leider nicht gekrönt, die Katze blieb unter dem Auto und ich ging weiter. In anderen Fällen war ich da schon erfolgreicher.
Mir wurde dabei bewusst, dass das Locken zu verschwinden droht. Forderungen und Befehlen begegne ich viel häufiger als dem einfühlsamen Locken. Aufforderungen und Befehle wollen Macht über einen anderen gewinnen, das Locken sucht eine gewaltfreie Resonanz auf Augenhöhe, die dem anderen sagt: Du, ich habe Interesse an dir.
Nach Charles Hartshorne hat das Locken eine theologische Qualität. Gott lockt den Menschen zu einem Leben in Harmonie.
Ich wünschte, wir würden das Locken wieder lernen. Es lässt Freiheit und öffnet Wege zueinander.

Ressourcen

In einer kleinen Gasse in der Freiburger Innenstadt las ich in einem Schaufenster auf einem kleinen Schild den Spruch: Nimm Dir Zeit für Dinge, die Dich glücklich machen.

Schöner Spruch dachte ich mir und hab ihn mir gemerkt. Ein Tag später wurde der Spruch zum Thema: Was sind Deine Ressourcen?
Und tatsächlich ist das auf die Schnelle nicht so klar: Woraus schöpfe ich, was macht mich glücklich.
Bei einem Spaziergang zur Waldgaststätte St. Valentin im Günterstal bin ich diesen Quellen auf die Spur gekommen. Jetzt gilt´s, diese Spuren im hektischen Alltag nicht aus dem Blick zu verlieren.

Wasserrohrbruch

Da staunte ich nicht schlecht, als das Wasser aus der Kellerwand schoß. Was heißt da staunen, ich war entsetzt. Und zunächst hilflos.
Shit happens.
Dankbar bin ich für die schnelle Hilfe. Alleine hätte ich den Rohrbruch nicht reparieren können.
Doch Rohrbrüche gibt es nicht nur bei der Wasserleitung. Auch im Leben kann ein Rohr brechen. Gut, dass Menschen auch da nicht alleine dastehen müssen.